Adobe Badlands  

Der mächtige Felspfeiler Devils Thumb im Zentrum der Adobe Badlands

Bundesstaat: Colorado
Höhe: 1.600 ü.M. - 2.527 ü.M.
Lage: im Westen Colorados, etwa 3 Meilen nördlich der Stadt Delta

Die Adobe Badlands, die mit ihren grau bis ockergelb gefärbten Hügelketten an eine fremdartige, bizarre Mondlandschaft erinnern, gehören zu einer Reihe interessanter, touristisch aber noch kaum bekannter Wilderness Study Areas im Westen Colorados. Geologische Hauptattraktion der Adobe Badlands ist Devils Thumb, ein dunkelgrauer, mächtiger Sandsteinmonolith, umgeben von einer Art Krater, der sich an der steil abfallenden Südflanke der Petrie Mesa wie ein drohender Daumen oder Zeigefinger in den Himmel empor reckt.

Geologie der Adobe Badlands

Die sanft ansteigenden und von vielen tiefen Washes zerfurchten Abhänge der Adobe Badlands bestehen aus Mancos Shale, einem weichen, lehmartigen Schiefergestein aus Ablagerungen eines flachen, urzeitlichen Ozeans der Kreidezeit vor etwa 135 bis 65 Millionen Jahren. Dazwischen befinden sich gewaltige Monolithe aus härterem Sandstein der Mesa Verde Formation wie der Felspfeiler Devils Thumb, die den Kräften der Erosion viel länger Stand halten können und so im Laufe der Zeit immer weiter frei gelegt werden. Sehr schön beobachten lässt sich dieser Prozess am kleinen Bruder des Devils Thumb, der sich am nördlichen Ende der Petrie Mesa befindet und erst mit einem kleinen Teil seiner Spitze aus dem Boden ragt. Die auf den Hügeln verstreut umher liegenden schwarzen Basaltblöcke stammen von lange zurück liegenden vulkanischen Eruptionen.

Die sanft geschwungene Hügellandschaft der Adobe Badlands

Flora und Fauna der Adobe Badlands

Die Adobe Badlands weisen nur eine sehr spärliche, wüstenhafte Vegetation auf, bestehend aus kleinwüchsigen Sträuchern wie saltbush (Salzbusch) und buckwheat (Buchweizen), Wildblumen (z.B. die gelb blühenden desert trumpet) und verschiedenen Kakteenarten, darunter der sehr seltene Uintah Basin hookless cactus. Am Übergang zu den höher gelegenen Regionen der im Norden an die Adobe Badlands angrenzenden Grand Mesa gedeihen auch Wacholderbäume und Pinon Pines, eine im Südwesten der USA heimische Kiefernart.

Zu den wenigen Tierarten, die sich in dieser trockenen, schattenlosen Wüstenlandschaft wohl fühlen, gehören Pronghorn Antilopen, Maultierhirsche, Kojoten, Dachse, Jackrabbits (eine Art Wüstenkaninchen) sowie zahlreiche Eidechsen- und Schlangenarten, darunter die relativ häufig anzutreffende (ungiftige) desert striped whipsnake, aber auch Klapperschlangen.

Adobe Badlands Wilderness Study Area

Wie man an den von vielen Reifenspuren überzogenen Hängen unschwer erkennen kann, wurden die Adobe Badlands in der Vergangenheit sehr stark als ATV-Gelände genutzt. Inzwischen gibt es jedoch von mehreren Seiten Bemühungen, diese einzigartige Naturlandschaft zu schützen und ihren Wildnischarakter zu erhalten. So hat ein großer Teil der Adobe Badlands inzwischen den Status einer Wilderness Study Area. Dies sind vom BLM (Bureau of Land Management) verwaltete und als zukünftige Wilderness Areas vorgeschlagene Gebiete, die eine gewisse Zeit unter Beobachtung stehen und geschützt werden, bis der Kongress eine endgültige Entscheidung über ihre Zuordnung trifft. Als schützenswert ausgewiesen wurden die Adobe Badlands inzwischen auch von der auf Bürgerinitiativen beruhenden Umweltschutzorganisation CCCWP (Colorado's Canyon Country Wilderness Proposal).

Blick von der Petrie Mesa über die Adobe Badlands Richtung Westen

Zufahrt zu den Adobe Badlands

Nähert man sich Delta von Westen kommend auf der US 50, erblickt man bereits von weitem die nördlich der Stadt gelegene karge Hügellandschaft der Adobe Badlands mit dem markanten Felspfeiler Devils Thumb, der sich am südlichen Ende eines lang gezogenen Bergrückens, der Petri Mesa befindet. Um dorthin zu gelangen, zweigt man von der US 50, die etwa in der Mitte der Stadt einen fast rechtwinkligen Knick nach Süden macht, kurz vor der Ampel ab auf die H-38 oder 1565 Rd. Richtung Osten (DEV00) und etwa 20 Meter weiter gleich wieder nach links, also Richtung Norden auf die 1575 Rd. Diese Straße führt zunächst durch ein Wohngebiet und dann leicht bergauf Richtung Airport. Nach 1,2 Meilen zweigt man kurz vor dem Airport (Blake Field) man nach links ab auf die Devils Thumb Rd, die lediglich mit einem etwas unscheinbaren ‚no dumping'-Schild gekennzeichnet ist (DEV01). Nach einem großen Linksbogen folgt man dieser Straße immer weiter Hauptrichtung Norden, vorbei am Devils Thumb Golfcourse bis zum Delta Reservoir (DEV03), einem eingezäunten Trinkwasserreservoir auf der rechten Straßenseite (4 Meilen ab Hwy 50).

Wanderungen Adobe Badlands

Wanderung Devils Thumb vom South Trailhead

Trailhead: 0,25 Meilen südlich des Delta Reservoirs
Distanz: etwa 1 Meile one-way
Höhenunterschied: 130 Meter
Bei der Wanderung von Süden handelt es sich um eine unmarkierte Querfeldeinwanderung. Dafür parkt man direkt am Straßenrand 0,25 Meilen südlich des Delta Reservoirs, bzw. 3,7 Meilen nach der Abzweigung vom Hwy 50 (DEV02). Von dort geht man in dem ausgetrockneten Wash Richtung Nordwesten, also in direkter Richtung zum Felspfeiler Devils Thumb. Dabei ist es am einfachsten, man folgt den alten ATV-Spuren, die sich an der Seite der Hügel entlangziehen. Anstrengend ist vor allem der letzte, sehr steile und abschüssige Teil des Aufstiegs bis zum Fuß des Felspfeilers (DEV09).

Wanderung Devils Thumb vom North Trailhead  

Trailhead: 2 Meilen nördlich des Delta Reservoirs
Distanz: 2 Meilen one-way
Höhenunterschied: 130 Meter
Vom Delta Reservoir fährt man weiter geradeaus auf der Devils Thumb Rd, die nun rasch immer steiniger, holpriger und kurviger wird. Nach 2 Meilen erreicht man den North Trailhead (DEV04). Hier beginnt ein schmaler und extrem steiniger, von unten nicht ganz leicht zu erkennender ehemaliger Jeeptrail, der die Ostflanke der Petri Mesa erklimmt und oben auf der Ostseite der Hochfläche endet (DEV05). Da sich am südlichen Ende dieser Hochfläche eine tiefe, canyonartige Einkerbung befindet, geht man von hier aus zunächst etwa eine Viertelmeile Richtung Nordwesten (DEV06), und von dort aus dann etwa eine Meile Richtung Süd/Südosten bis zum südlichen Ende der Petri Mesa (DEV08).

Ein schmaler Weg führt bis vor an die Spitze der Petrie Mesa

Von diesem hoch gelegenen Aussichtspunkt hat man dann einen herrlichen Blick auf den direkt unterhalb liegenden mächtigen Felspfeiler des Devils Thumb, eingerahmt von einem kraterähnlichen Ring aus schroffen, dunkelgrauen Abhängen. Ebenfalls sehr schön ist der Blick von hier auf die im Osten und Westen der Petri Mesa gelegenen farbenprächtigen Hügel der Adobe Badlands und auf die fruchtbare Ebene des Gunnison River rund um Delta im Süden.

Eindrucksvolle Kraterlandschaft rund um Devils Thumb

Da die Felskante an diesem Aussichtspunkt relativ steil abfällt, kann man von diesem Aussichtspunkt leider nicht auf direktem Weg zur Basis des Devils Thumb hinabsteigen. Möglich, aber nicht ganz ungefährlich ist der Abstieg über die links des Aussichtspunkts gelegene, sehr abschüssige Flanke aus festgebackenem, bröseligem Schiefer, da bei einem Fehltritt schnell der ganze Hang ins Rutschen kommen kann. Besondere Vorsicht ist hier bei Nässe geboten, da sich das weiche, lehmartige Gestein dann im Nu in eine schmierige, zähklebrige Masse verwandelt, die in dicken Klumpen an den Schuhen haftet. Das Gleiche gilt übrigens auch für den Zufahrtsweg, der sich bei Regen schnell in eine Rutschpiste verwandeln kann.

Wer nach dieser landschaftlich äußerst eindrucksvollen Querfeldeinwanderung noch tiefer in die Adobe Badlands vordringen möchte und über einen Geländewagen mit guter Bodenfreiheit verfügt, kann vom North Trailhead auf der Piste noch ein gutes Stück weiter Richtung Norden fahren. Große Highlights gibt es hier allerdings nicht mehr. Dafür wird der Weg, der sich nun in vielen Serpentinen bergauf windet, zunehmend schmaler und ausgewaschener, so dass es unter Umständen auch schwierig werden kann, einen geeigneten Umkehrpunkt zu finden. Ein solcher befindet sich kurz vor Beginn des Anstiegs zur Grand Mesa (DEV10). Wer nicht gerade mit einem hochbeinigen Jeep unterwegs ist, sollte spätestens an dieser Stelle wieder umkehren.

Doppelter Regenbogen über den Adobe Badlands

Wild Campen in den Adobe Badlands

Da die Adobe Badlands auf BLM-Gebiet liegen, kann man hier bei Bedarf auch ‚wild' zelten. Einen geeigneten Zeltplatz zu finden, ist allerdings nicht ganz leicht. Auch an Motels gibt es keine große Auswahl. Beste Option im nahe gelegenen Delta ist das einfache und schon etwas ältere Riverwood Inn & RV Park, 677 Hwy 50 North, Delta, CO 81416, Tel. 1-888-213-2124. Das zentral am Ufer des Gunnison River gelegene Motel und bietet neben Motelzimmern auch Stellplätze für RVs/Wohmobile, die aber größtenteils von Dauergästen belegt sind. Sehr schön übernachtet man 15 Meilen nordöstlich von Delta in der rustikal eingerichteten Cedaredge Lodge, 810 N. Grand Mesa Drive, Cedaredge, Colorado 81413, Tel. (970) 856-3727.

Information Adobe Badlands

Uncompahgre BLM Field Office
2465 S. Townsend Ave
Montrose, CO 81401
Tel. (970) 240-5300
Öffnungszeit: Mo-Fr 8.00 Uhr bis 16.30 Uhr.

Karte Adobe Badlands

Karte vergrößern

Download GPS-Daten Devils Thumb

  Devils Thumb.gpx