Jeep mieten USA Südwesten

Mit einem gemieteten Jeep unterwegs in den Canyonlands

Mietwagen und Versicherungsschutz

Wer neben den Parks und Hauptsehenswürdigkeiten auch die etwas abgelegeneren Naturwunder und Wildnisgebiete des Südwestens erkunden möchte, sollte die Anmietung eines Jeeps in Erwägung ziehen, da bei allen großen Fahrzeugvermietern wie Hertz, Dollar, National oder Alamo das Fahren auf ungeteerten Straßen nicht erlaubt ist, auch nicht für SUVs. Das Gleiche gilt für die Vermieter von Wohnmobilen. Macht man es trotzdem, verliert man seinen Versicherungsschutz. Dies bedeutet, dass man im Notfall sämtliche Abschleppkosten und Schäden am Fahrzeug aus eigener Tasche bezahlen muss. In abgelegenen Wildnisgebieten können schon allein die Abschleppkosten bei über 1.000 Dollar liegen.

Dass dies trotzdem häufig so praktiziert wird, hat vor allem den Grund, dass es kaum Anbieter gibt, die an den internationalen Flughäfen Jeeps vermieten, aber auch die hohen Kosten einer Jeepmiete vor Ort. Eine oft praktizierte Notlösung ist daher das Befahren einfacher Dirt Roads mit dem Mietwagen bzw. Wohnmobil auf eigenes Risiko und die tageweise Anmietung eines Jeeps für einzelne Reiseziele direkt vor Ort bzw. die Teilnahme an organisierten Jeeptouren. Allerdings ist dies auch nicht überall möglich.

Wissen sollte man in diesem Zusammenhang auch, dass die bei den gängigen Mietwagenfirmen angebotenen SUVs nicht wirklich für das Fahren abseits der geteerten Straßen ausgestattet sind. Dies merkt man insbesondere an der oft mangelnden Bodenfreiheit und an der Bereifung. Die meisten SUVs sind nämlich mit ganz normalen Straßenreifen ausgestattet, die nur ein relativ dünnes Profil haben und je nach Einsatzdauer auch noch abgefahren sind. Falls Sie vorhaben, ins Gelände zu fahren, schauen Sie sich also bei dem Mietwagen zuerst die Reifen und den Tachostand an. Ebenso wichtig ist ein vollwertiges Ersatzrad und entsprechendes Werkzeug zum Reifenwechsel.

AWD oder 4WD

Für Fahrten auf anspruchsvolleren Dirt Roads sollte das Fahrzeug nicht nur gute Reifen, sondern auch eine gute Bodenfreiheit (High Clearance), einen möglichst kurzen Radstand und Allradantrieb haben. Bei Miet-SUVs findet man hier meist nur Fahrzeuge mit recht mäßiger Bodenfreiheit. Beim Antrieb gibt es vorwiegend 2WD (ohne Allrad) oder AWD Modelle. Bei AWD Modellen wird der Allradantrieb bei Bedarf automatisch zugeschaltet. AWD ist dabei gleichzusetzen mit 4WD High, eine Art Allrad Light Modus für mäßig schwieriges Gelände.

4WD Low bedeutet dagegen Allrad mit zusätzlicher Geländeuntersetzung, der immer separat manuell zugeschaltet werden muss. Mit 4WD Low kann man auch schwierige Jeeptrails und Tiefsandpisten befahren. Will man sicher gehen, ein wirklich geländegängiges Fahrzeug mit 4WD Low Modus zu bekommen, sollte man anstatt eines SUV einen richtigen Jeep Wrangler mieten, mit dem das Fahren auf ungeteerten Geländepisten auch offiziell erlaubt und versichert ist.

Jeep mieten für die gesamte Reise

Wer einen Jeep für seine gesamte Rundreise anmieten möchte, hat leider nur sehr wenige Optionen, da die großen Mietwagenfirmen an den internationalen Flughäfen diese nicht anbieten. Einzige Ausnahmen sind die Vermieter Hertz und Sixt, die bei einigen Flughäfen einen Wrangler Jeep als garantiertes Modell anbietet. Allerdings ist auch mit diesem Fahrzeug ein Fahren abseits geteerter Straßen offiziell nicht erlaubt, so dass man bei Schäden die Kosten aus eigener Tasche bezahlen muss. Ausgestattet sind diese Jeeps mit normalen Straßenreifen.

Ein weiterer Vermieter ist Rugged Rental, der 4-türige Wrangler Jeeps (Kategorie Special SUV) ab Salt Lake City Airport anbietet. Achten Sie hier bei der Buchung darauf, Collision Damage Coverage und Supplemental Liability als Zusatzoptionen mit anzugeben. Nicht im Preis enthalten sind dabei die Kosten pro gefahrener Meile, die zusätzlich berechnet werden. Mit Jeeps von Rugged Rental ist das Fahren auf einfachen bis mittelschweren Dirt Roads offiziell erlaubt, Offroad-Fahren (wie bei allen Jeepvermietern) jedoch nicht.

Das größte Angebot findet man bei Best Time RV, der an verschiedenen Flughafenstationen 4-türige Wrangler Jeeps mit Zeltdach sowie Wrangler Jeeps mit Wohnanhänger anbietet. Bei letzterem kann man den Wohnanhänger auf dem Campingplatz abstellen und die Umgebung dann per Jeep erkunden. Bei diesem Vermieter sollte man beachten, dass zusätzlich zum Mietpreis grundsätzlich immer ein sogenanntes Jeep Convience Kit und die Preparation Fee berechnet werden. 500-Meilen-Pakete kann man zusätzlich im Voraus kaufen. Für zusätzlich gefahrene Meilen fallen Zusatzkosten an. Da die Meilenpakete relativ teuer sind, muss man für einen solchen Jeep pro Woche mit etwa 1.000 Euro Mietkosten rechnen. Auch bei Jeeps von Best Time RV ist das Fahren auf einfachen bis mittelschweren Dirt Roads offiziell erlaubt, Offroad-Fahren (wie bei allen Jeepvermietern) jedoch nicht.

Für den Alpine Loop in Colorado braucht man einen Jeep mit Allradantrieb

Tageweise einen Jeep mieten

In einigen Städten des Südwesten wie Moab, Durango oder Lake City kann man sich für einen oder mehrere Tage einen Jeep mit Allradantrieb mieten. Diese sind speziell für Fahrten auf Dirt Roads konzipiert, so dass man mit ihnen auch schwierige Pisten und Jeeptrails befahren kann. Neben grobstolligen Geländereifen haben diese Jeeps sowohl einen 4WD High als auch 4WD Low Antrieb, der sich bei Bedarf zuschalten lässt und die Traktion in schwierigem Gelände enorm verbessert. Daneben sind sie meist noch leicht geliftet, so dass sie über eine exzellente Bodenfreiheit verfügen. Nachteil dieser Spezialausstattung ist der hohe Preis, denn die Kosten für einen 4WD Wrangler Jeep liegen je nach Größe und Ausstattung bei 250.- bis 300.- Dollar pro Tag. Dies liegt allerdings auch daran, dass diese Geländefahrzeuge einem extrem hohen Verschleiß unterliegen. Wichtig ist auch zu wissen, dass das Mindestmietalter für die Anmietung eines Jeep in der Regel bei 25 Jahren liegt.

Zusatzversicherungen beachten

Zu den reinen Mietkosten für den Jeep muss man bei der tageweisen Anmietung vor Ort noch die Zusatzversicherungen rechnen, die man als Nicht-Amerikaner abschließen muss. Dabei handelt es sich um die sogenannte CDW Versicherung (= Collision Damage Waiver), die einer Vollkaskoversicherung mit Selbstbeteiligung entspricht. Achtung: nicht alle Jeepvermieter im Südwesten bieten eine solche Zusatzversicherung an. Der Grund liegt darin, dass amerikanische Bürger diese Versicherung nicht brauchen, da ihre Kaskoversicherung personengebunden ist. Damit sind bei ihnen automatisch alle Mietfahrzeuge mit versichert. Daher wird von ihnen nur ein entsprechender Versicherungsnachweis verlangt (proof of insurance). Europäer müssen dagegen eine CDW-Versicherung stets vor Ort separat abschließen. Dabei ist mit Zusatzkosten von ca. 40.- bis 50.- Dollar pro Tag zu rechnen. Wahlweise kann man meist zusätzlich noch eine Glass & Tire Versicherung abschließen, die auch Schäden an der Windschutzscheibe und an den Reifen abdeckt.

Bei den Jeep Rentals vor Ort empfiehlt es sich auch, bereits zu Hause eine Zusatzhaftpflicht für Mietwagen im Ausland abschließen, da diese vor Ort nicht angeboten wird und die Standard-Deckungssumme in den USA meist viel zu niedrig ist. Diese sogenannte Mallorca- oder Traveller Police wird vom ADAC und verschiedenen Versicherungsunternehmen angeboten. Noch sicherer geht man mit einer kombinierten Mietwagen-Zusatzversicherung, die den zum Teil recht hohen Selbstbehalt von bis zu 3.000 Dollar bei der CDW-Versicherung reduziert und gleichzeitig eine Zusatzhaftpflicht beinhaltet. Eine solche Mietwagen-Versicherung wird beispielsweise von HanseMerkur angeboten.

Jeepvermieter und Konditionen

Die größte Auswahl an Jeepvermietern bietet der kleine Ort Moab in Utah, denn dieser ist Ausgangspunkt für Jeeptouren in den benachbarten Canyonlands Nationalpark und auf internationale Touristen eingestellt. Somit hat man hier kein Problem, einen Jeepvermieter zu finden, der die für Europäer notwendigen Zusatzversicherungen anbietet und auch den nationalen Führerschein akzeptiert.

Ein empfehlenswerter Vermieter von Wrangler Jeeps in Moab ist beispielsweise Canyonlands Jeep Adventures im Moab Adventure Center, 225 South Main Street, Tel. 435-259-4413 oder 1-886-892-5337. Zusammen mit dem Mietfahrzeug erhält man dort auch eine Übersichtskarte über das Gebiet und einen Trailguide mit einer ausführlichen Beschreibung aller Touren.

Anders sieht dies in etwas abgelegeneren Orten und bei kleineren Jeepvermietern aus. Hier ist es oft schwer, einen Vermieter zu finden, der auch an Europäer vermietet und die notwendige CDW-Versicherung anbietet. Daher empfiehlt es sich, bereits während der Reiseplanung die einzelnen Vermieter vor Ort per Email zu kontaktieren und nach den Konditionen zu fragen. Bei kleineren Vermietern sollte man auch fragen, ob der nationale Führerschein akzeptiert wird oder ob man einen internationalen Führerschein benötigt.

Geführte Jeeptouren

Eine weitere Alternative zur Anmietung eines Jeeps vor Ort ist die Teilnahme an geführten Jeeptouren, die an vielen Orten im Südwesten angeboten werden. Geführte Jeeptouren gibt es beispielsweise zur White Pocket und zu den Coyote Buttes South in Arizona, von Moab in den Canyonlands Nationalpark in Utah oder von Silverton oder Durango in die Bergwelt der Rocky Mountains. Nähere Informationen zu diesen Jeeptouren finden Sie direkt bei den einzelnen Reisezielen.

ATVs sind geländegängig, aber nur etwas für schönes Wetter

Anmietung eines ATV

Eine Alternative zur tageweisen Anmietung eines Jeep ist die Anmietung eines ATV (All Terrain Vehicle). Hier genügt für die Anmietung ein gültiger Führerschein. Ein Versicherungsnachweis oder Abschluss einer Zusatzversicherung wird nicht verlangt. Ein großer Nachteil vieler ATVs ist, dass sie nach allen Seiten offen sind. Bei kaltem oder regnerischem Wetter kann das schnell ungemütlich werden. Zudem kann je nach Ausgangsort ein zusätzlicher Transport zum Startpunkt der Tour notwendig werden, da ATVs nicht immer eine Straßenzulassung haben. Die Amerikaner transportieren ihre ATVs meist auf der Rückseite ihres Trucks und laden sie am Ausgangspunkt der Tour ab. Dafür gibt es meist spezielle OHV Staging Areas. Bei den ATVs selbst gibt es große Unterschiede hinsichtlich der angebotenen Modelle, von einfachen Quads bis zum 4-sitzigen Highend UTV (Utility-ATV). Dabei liegen die Mietpreise für ATVs oder UTVs meist noch etwas über den Mietpreisen für Jeeps.

Polaris UTVs mit Straßenzulassung vermietet beispielsweise Cliffhanger Jeep Rental in Moab (Adresse: 452 N Main Street, Moab, Tel. 435-259-0889). Der Preis liegt bei 250.- bis 250.- Dollar pro Tag.